Was ist ein Mädchenleben wert?

In den Wochen auf Sri Lanka, in denen wir erfolgreich unser erstes richtiges Vereinsprojekt realisieren, bekommen wir gleich einen neuen „Auftrag“ für den Heimweg. Denn mit dem Haus und der kompletten Möblierung für „unser“ 400qm Mädchenhaus, sind die Spendengelder erst einmal ausgegeben.
 
Das neue Projekt ist neben den Kosten auch eine enorme emotionale Herausforderung. Als ich die Details erfahre, breche ich in Tränen aus. Weiß ich doch, dass Mädchen in Ländern wie Indien und Sri Lanka weit weniger wert sind als Jungs, aber mit solchen Schicksalen, direkt in der Nachbarschaft von Meth Sewa, wo wir tätig sind, habe ich nicht gerechnet.
 
RapedVictims2DSCN1841
 
Es geht um minderjährige Mädchen, verstoßen aus ihren Familien. Sie sind zwischen 9 und 16 Jahre alt. Vergewaltigt und teilweise aus diesen Übergriffen geschwängert. Größtenteils durch ihre eigenen Väter oder andere männliche Familienmitglieder.
 
Diese traumatisierten Mädchen brauchen dringend ein neues Zuhause. Sie brauchen Perspektiven, sie brauchen Ruhe und sie müssen das Erlebte irgendwie verarbeiten.
 
Wir sammeln für ihre Bleibe und für eine Mauer, die darum errichtet werden muss. Das gibt die Regierung so vor. Vorher können die Kinder nicht aus dem offiziellen Auffanglager für „solche Fälle“ in das neue Haus ziehen.
 
Das Erdgeschoss des Hauses wurde von einer Australierin gestiftet und steht bereits. Es gibt schon ein paar Betten, Stühle und Tische für die neuen Bewohnerinnen.
 
RapedVictims1DSCN1838
 
Nun braucht es darauf einen 1. Stock und eben die 3m hohe Mauer. Der bisherige Raum ist für die bedürftigen Mädchen und ihre Neugeborenen zu klein. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf etwa Euro 9.000,-.
 
In den zwei Jahren, die die Mädchen dort – auf dem Gelände der Meth Sewa Foundation – dann leben, werden sie unterrichtet und auf das Leben danach vorbereitet. Sie bekommen gezeigt, wie man näht, das Baby versorgt, den Haushalt macht. Und die Betreiber von Meth Sewa versuchen dann sie bestmöglich zu verheiraten.
 
Für unsere emanzipierten, westlichen Ohren klingt das alles schrecklich. Die andere Kultur und den geringen Wert von Frauen in solchen Ländern, werden wir aber nicht ändern.
 
Wir können lediglich mithelfen, das Leben der Mädchen und Frauen dort etwas lebenswerter zu gestalten.
 
Darum sammeln wir ab sofort für das neue Zuhause der Vergewaltigungsopfer und die Mauer darum.
 
Jeder Euro zählt! Und die Zeit drängt!
 
Spendenkonto:
BFS Bank für Sozialwirtschaft – IBAN DE43 7002 0500 0009 8335 00 – BIC BFSWDE33MUE
RapedVictims3DSCN1846