Unwägbarkeiten

 

Gar nicht so einfach, anderen Gutes tun nahe zu legen

 

Bald macht sich Sonja auf den Weg nach Sri Lanka, zu den Waisenhäusern Kalutaras. In ihrer Vorstellung schwer bepackt mit Kisten voller Spielsachen, Bastelbedarf, Kinderklamotten und Kuscheltieren. Der Bedarf ist groß, die Zustände in den Waisenhäusern wenig erfreulich.

 

Für sie liegt nahe, auf die Schnelle, zu tun, was ihr – zusammen mit Freunden, Familie und Bekannten – möglich ist. Es ist auch schon einiges zusammengekommen, seit dem Srilanka-mylove-Aufruf vor zwei Wochen gestartet habe. Sogar ein paar kleine Barspenden für die so dringend benötigte Waschmaschine sind eingegangen.

 

Doch je mehr sich Sonja mit dem Versand von Gütern nach Sri Lanka beschäftigt, umso verzweifelter wird sie. Im Internet klickt sie sich stundenlang durch Foren, Erfahrungsberichte, Preistabellen und Zoll-Konditionen. Es ist erschreckend, wie lange es oftmals dauert, dass Hilfe unten ankommt. Nicht selten kommen erst nach Monaten nur noch beschädigte Kartons an. Teilweise sind sie dann sogar leer geräubert.

 

Wie soll man denn da motiviert bleiben, zu helfen? Was sind die Alternativen?

 

Klar, eine Alternative sind Geldspenden, mit denen man vor Ort notwendige Dinge besorgt. So kurbelt man nebenbei noch ein bißchen deren Wirtschaft an. Allerdings fällt es Menschen leichter, sich von gebrauchten Dingen zu trennen und einen Aufruf zum Anlass zu nehmen, mal wieder auszumisten. Damit dann auch noch in einem fernen Land Kindern eine Freude zu bereiten, fühlt sich gut und richtig an.

 

Aber Geld zu spenden?

 

Das tun viele schon zur Weihnachtszeit oder auf der Basis eines Jahresbeitrags an die zahlreichen, internationalen Hilfsorganisationen. Da bekommt man dann ab und zu Aufrufe zu extra Spendenaktionen, Mitgliederzeitschriften und für die Steuer entsprechende Spendenquittungen. Zuletzt wurde Sonja Fördermitglied im WWF, weil sie zur Fashion Week in Berlin am Hackeschen Markt darauf angequatscht wurde. Für so etwas sind viele Menschen empfänglich. Man fragt sich nur, wie hoch der finanzielle Aufwand für die Verwaltung, Marketing und Werbung ist.

 

Da sehen Cihan, Eilidh und Sonja mit ihrem ersten Miniprojekt blaß daneben aus. Oder vielleicht ist es genau das, was Vertrauen erweckt und sympathisch ist?

 

Freude zu bereiten, Gutes zu tun, auch wenn es nur im Kleinen ist, treibt die drei an!